One is the loneliest number…
Lieber Leser,
Einsamkeit ist ein äußerst schwer zu ertragender Zustand. Zumindest für mich. Ich bin nicht gern einsam. Gut, ich mag Menschen nicht besonders gern. Also, Menschen im Allgemeinen. Einige ausgewählte habe ich jedoch äußerst gern um mich, sei es im realen Leben oder im Netz. Hier auf dieser Seite zum Beispiel umgebe ich mich vorzugsweise, um nicht zu sagen exklusiv, mit einem Herrn namens Koschwitz. Daher der Titel des Blogs: Koschwitz & Lea mit kaufmännischem UND. Nicht etwa Koschwitz oder Lea oder Lea ohne Koschwitz. Nein, der Blog heißt Koschwitz UND Lea. Die Namensgebung legt, wie Sie sicher bereits bemerkt haben, geradezu unmissverständlich nahe, dass es sich bei den Verfassern des Blogs normalerweise um ein Autoren-Duo nicht etwa um einen Solo-Schreiber oder gar ein QWERTZ-Quintett handelt. So weit so richtig, doch die Betonung des vorangegangenen Satzes liegt auf normalerweise. Normalerweise tummele ich mich hier nicht, um die Inversion des Klischees vom freud- und freundlosen First Live-Nerd zu feiern, der in der virtuellen Welt Blutsbrüder added, bis der Scrollbalken qualmt. Normalerweise schreibe ich hier einen Text wie diesen hier und ein Herr namens Koschwitz antwortet. Normalerweise. Normalerweise sitze ich nicht vor dem Bildschirm höre deprimierende Songs aus den 70ern und wundere mich, wo auf einmal alle hin sind. Sollte sich gar die Ausnahme selbst zur Normalität gekrönt haben? Hat sich das listige Biest irgendwann in einem unbeobachteten Augenblick die Krone gegriffen und auf den Thron gefläzt? Irgendwann letzte Woche als die Normalität kurz austreten war? Ausnahmezustand nach Pinkelpause. Das könnte sein. Außerdem erklärt das auch ein ganze Menge. Zum Beispiel, warum auf einmal alle (inklusive Uli Hoeneß!) Angst vor dem VFB Wolfsburg haben. Oder dass “Das Buch ohne Namen” also known as ”Der gedruckte Beweis dafür, dass man 447 Seiten Scheiße amerikanisch broschiert für 16,95 verkaufen kann” ein Bestseller ist. Dass eine quietschende französische Gummi-Giraffe mit Namen Sophie zum beliebtesten Babyspielzeug des Erdballs avanciert und dass es bei Tengelmann auf dem Gluckensteinweg keine französischen eingelegten Gurkenscheiben mehr im Sortiment gibt. Mann, Mann, Mann, wie konnte mir das entgehen. Wie lange ist König Normalität wohl schon abgesetzt, ohne dass es jemandem wirklich aufgefallen ist. Seit Mamacita auf 1 war? Seit Gerhard Schröder SPD-Mitglied wurde? Ich werde dieser unerhörten Angelegenheit auf den Grund gehen. Allein. Allein auf mich gestellt. Ohne Knappen, Flügelmann oder Boxenluder. Nur ich. One. Die einsamste Nummer seit George Michael ‘88 auf dem Klo im Will Rogers Memorial Park. Damals, als die Normalität noch regiert hat. Was soll’s. Ich komm’ schon klar.
Halali,
CJ